Ayutthaya – Siams altes Königreich

 

Der historische Park von Ayutthaya beherbergt einzigartige Sehenswürdigkeiten Thailands, denn Ayutthaya gehört zum kulturellen und nationalen Erbe des Landes. Im Jahre 1350 nutzte der Militärführer Ramthibodi I., oder auch U Thong genannt, die Schwäche des Sukhothai-Reichs aus und gründete das thailändische Ayutthaya, indem er Angehörige der Familie auf wichtige Posten der Verwaltung setzte. Damit war der Grundstein für die Königsstadt Ayutthaya gelegt, die bis heute von der thailändischen Bevölkerung als zweite Hauptstadt deklariert wird.

Die Geschichte von Ayutthaya

Nach der Gründung der Königsstadt hatte Ayutthaya keine festgelegten Grenzen. Das führte dazu, dass sich die Stadt zu einem Königreich ausweiten konnte. Nach zahlreichen Eroberungen und Rückschläge stieg die alte Königsstadt schließlich zu einer bedeutenden regionalen Macht auf und wurde zum größten Königreich Südostasiens der Neuzeit. Den Anfang markierte U Thong im Jahr 1351 mit der Plünderung der kambodschanischen Stadt Angkor. Im Verlauf der Geschichte von Ayutthaya sollten 33 Könige die Geschicke des thailändischen Reichs leiten. Jeder König versuchte seinen Machtanspruch durch territoriale Eroberungen sowie eine götterähnlichen Verehrung durch die Bevölkerung zu festigen. Die Erfolgreichsten unter ihnen verewigten sich mit eindrucksvollen oder kolossalen Bauten, die bis heute zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten Thailands gehören. Tief unter den spitzen oder runden Türmen der Chedis und Prangs befanden sich Kammern mit den Reliquien heiliger Männer oder die sterblichen Überreste der Könige und ihrer Familien.
Ayutthaya erreichte seine politische und ökonomische Blütezeit im 17. und 18. Jahrhundert. In dieser historisch bedeutsamen Phase gingen die Grenzen von Ayutthaya weit über die des heutigen Thailands hinaus. Gebiete des Kambodschas, dem chinesischen Kaiserreich und weiteren asiatischen Königreichen waren dem thailändischen Ayutthaya einverleibt worden. Die Königsstadt wurde zu einer Millionenstadt und war damals größer als die Hauptstädte Europas. In Ayutthaya existierten mehr als tausend unterschiedliche Tempel, farbenfrohe Paläste und unzählige Statuen. Regelmäßig wurde die Königsstadt von Händlern aus dem asiatischen und europäischen Raum sowie dem persischen Reich aufgesucht. Sie handelten mit Teak, Elfenbein, Holz, Seide und künstlerischen Waren des Handwerks, denn die Königsstadt lag nun strategisch günstig zwischen dem chinesischen Kaiserreich, Indien und Malaysia.
Gleichwohl trotzte die Ayutthaya immer wieder den Eroberungsversuchen fremder Mächte bis es schließlich im Jahr 1767 von burmesischen Truppen eingenommen und zerstört wurde. Als Zeichen ihrer Macht schlugen die Besatzer aus Burma vielen Statuen die Köpfe ab.

Ayutthaya Wat Chaiwatthanaram Tempel

Das Ayutthaya der Gegenwart

Als Zeichen der historischen und kulturellen Bedeutung ernannte die UNESCO im Jahre 1991 den historischen Park von Ayutthaya zum Weltkulturerbe. Heute ist Ayutthaya eine würdevolle Ruinenstadt. Hunderte von historischen Gebäuden erstrecken sich auf einem sehr ruhigen und weitläufigen Gelände. Einen Tagesausflug sollte man schon einplanen, wenn die auf fünfzehn Quadratkilometern Fläche verteilten außergewöhnlichen Sehenswürdigkeiten Thailands erkundet werden möchten. Darunter sind Tempel zu Ehren Buddhas, historische Anlagen und ehemalige Handelsniederlassungen. Mönche haben sich in den alten Klosteranlagen niedergelassen und möchten zeigen, dass jeder Mensch von seiner Geschichte, seinen Ahnen und seiner Religion getragen wird. Mit enormem Fleiß halten sie die kulturelle und historische Bedeutung der Sehenswürdigkeiten Ayutthayas aufrecht. Dazu gehört der in einem Baumgeflecht eingewachsene Kopf einer Buddha Statue oder das gegen Abend zu beobachtende goldene Leuchten an den berühmten Sehenswürdigkeiten Ayutthayas.

Wat Sue Tempel Ayutthaya Historical Park

 Der historische Park von Ayutthaya

Der Tempel Wat Phra Si Sanphet und Wang Luang, der Palast der Könige

Eine äußerst interessante Sehenswürdigkeit von Thailand ist der Tempel Wat Phra Si Sanphet. Das Motiv dieses Tempels gibt es auf vielen Bildern und Fotos in Thailand. Wat Phra Si Sanphet hat also selbst für die thailändische Bevölkerung eine große Bedeutung. Der Tempel besteht aus drei sehr imposanten Chedis, die symmetrisch angeordnet sind und in der Nacht in goldenes Licht getauscht sind.
Ganz in der Nähe befindet sich der ehemalige Königspalast Wang Luang von Ayutthaya. Der Palast diente als ein Gebäude für regierende Könige und wurde aufgrund seiner Funktion von den burmesischen Eroberern niedergerissen. Bei dieser Sehenswürdigkeit Ayutthayas sind die Grundmauern mit vielen Details zu erkennen, die noch heute erahnen lassen mit welcher Raffinesse dieser Palast erschaffen wurde.

Wat Mahathat

Der Wat Mahathat wurde 1374 von Borommaracha I., dem dritten König Ayutthayas gebaut und bewahrte in seinem Prang, einem fast fünfzig Meter hohen Turm, eine Reliquie des historischen Buddhas auf. Der wichtigste geistliche Würdenträger residierte in diesem Tempel, denn das Klostergelände lag genau im Zentrum des mittelalterlichen Ayutthaya. Hier befindet sich der von einem Baum eingewebte Kopf einer Buddhastatue.

Wat Ratchaburana

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts baute Intharacha I., der siebte König Ayutthayas diesen Tempel zu Ehren seiner Brüder. Im Streit um den Thron hatten gingen seine Brüder aufeinander los und brachten sich um. Der Turm sieht aus wie ein einem enorm großer Maiskolben und verdeutlicht den kulturellen Einfluss der einst bedeutsamen Khmer auf die Kunst von Ayutthaya. Die künstlerische Darstellung der Elemente beeindruckt mit indischen und ceylonesischen Elementen. Überwältigend sind die im Inneren des Tempels vorhandenen impressionistischen Farbmalereien. Damit gehört Wat Ratchaburana zu Ayutthayas Sehenswürdigkeiten mit kunsthistorischer Bedeutung.

Wat Phu Khao Thong

Eine schöne Sehenswürdigkeit Ayutthayas ist dieser Tempel, da hier die Möglichkeit eines erhöhten Ausblicks existiert. Einige Kilometer vom Zentrum des historischen Parks von Ayutthaya entfernt ist dieser Tempel entfernt. Er hat eine begehbare Treppe. Von oben kann man auf die umgebenen Reisfelder schauen.

Wat Yai Chai Mongkhon

Das Besondere an diesem Tempel ist, dass er von Nonnen des buddhistischen Glaubens bewohnt wird. Es gibt einen großen, ruhenden Buddha, der mit einer Robe aus Safran überdeckt wird. Es finden sich hier lange Reihen von Buddha Statuen in Tücher gekleidet, die diesem Tempel von Ayutthaya besonders auszeichnen.

Ayutthaya Historical Park ruhender Buddha

Der ruhende Buddha

Der liegende Buddha von Ayutthaya hat eine enorme Größe und erzählt die spirituelle Geschichte von Buddha und einem Dämon. Einst hatte Buddha versucht, einem riesigen Dämon eine Predigt zu halten. Aber der Dämon wollte Buddha nicht zuhören. Daraufhin entschloss sich Buddha dazu, seine Gestalt so zu verändern, dass er größere Gestalt annahm. Jetzt war Buddha riesiger als der Dämon und dieser hatte nun keine andere Wahl mehr, als Buddha zuzuhören. Die liegende Stellung verdeutlicht den Eintritt des Buddhas in das Nirwana. Da der Tempel um den liegenden Buddha herum abbrannte befindet er sich heute im Freien.

Wat Panan Choeng

Der Wat Panan Choeng soll schon vor der Gründung von Ayutthaya existiert haben. in einem Tempel befindet sich eine der ältesten Buddha Statuen Südostasiens. Der große Buddha ist eine der imposanten Sehenswürdigkeiten von Ayutthaya. Es handelt sich um ein Geschenk eines chinesischen Kaisers aus dem 14. Jahrhundert an Ayutthaya. Nach einer traurigen Legende wird erzählt, dass aus den Augen dieses gigantischen Buddhas Tränen geflossen seien, nachdem Ayutthaya vollständig zerstört wurde.

Wat Chai Wattanaram

Im Jahr 1630 wies der 26. König Ayutthayas König Prasat Thong an, diesen Tempel in einem Stil der Khmer zu bauen. Damit wollte der König seine Macht und den Sieg über die Khmer zelebrieren. Der zentrale Hauptturm dieser Anlage ist von acht im Quadrat angeordneten kleineren Prangs umgeben. Die Randlage des Chai Wattanaram in Ayutthaya verschonte ihn vor einer größeren Zerstörung und ist daher eine der gut erhaltenen Sehenswürdigkeiten von Ayutthaya.

Die Ausstellungen in den Museen

Neben den vielen Sehenswürdigkeiten in Ayutthaya gibt es die Museen. Das Chao Sam Phraya und das Chan Kasem Nationalmuseum stellen spezielle Artefakte von Ayutthaya aus. Im Chao Sam Phraya Nationalmuseum befinden sich Schnitzereien und Funde aus Wat Ratchaburana. Besondere architektonische Merkmale weist das Chan Kasem Nationalmuseum auf, denn es befindet sich im Palast eines ehemaligen Königs. Die Bibliothek lädt dazu ein, sich über die Geschichte von Ayutthaya zu informieren.

Ayutthaya Buddhas Wat Chai Mongkhon

 Die Anreise von Bangkok nach Ayutthaya

Bangkok bietet sich als idealer Ausgangspunkt für alle Besucher an, die nicht in Ayutthaya übernachten möchten. Dank einer Entfernung von lediglich 70 Kilometern ist es ein idealer Tagesausflug.

Zwecks Anreise gibt es mehrere Optionen:

Bahnanreise: Vom nahe Chinatown befindlichen Bahnhof Hua Lamphong erreicht man sowohl mit der „North Eastern Line“, wie auch der „Northern Line“ binnen anderthalb Stunden Ayutthaya. Preislich ist diese Variante sowieso unschlagbar.

Taxi: Eine Anreise mit dem Taxi ist sicherlich der bequemste und schnellste weg, da man zeitlich unabhängig ist. Preislich liegt man hierbei – je nach Verhandlungsgeschick und aktuellem Währungskurs – bei 35 – 40 Euro. Es ist jedoch zwingend zu beachten, denn Fahrpreis bereits vor dem Einsteigen in das Taxi final verhandelt zu haben.

Kombination Bus/Privattransfer und Schiff: Zahlreiche Tourenanbieter offerieren eine Kombination zweier Verkehrsmittel. Die klassische Variante ist hierbei eine Fahrt mit dem Bus oder einem Privattransfer nach Ayutthaya. Die Rückfahrt erfolgt nach per Boot über den Chao Phraya. Diese Variante ist sicherlich die schönste Kombination, da man besonders auf dem Fluss viele neue Eindrücke gewinnen kann.

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